Mundgeruch: Ursachen & Tipps vom Zahnarzt

Mundgeruch: Ursachen & Tipps vom Zahnarzt

Wer an Mundgeruch leidet, zieht sich in die eigenen 4 Wände zurück und meidet jede Interaktion mit seinem Umfeld. Doch was ist, wenn persönliche Gespräche unvermeidbar sind und davon die weitere Karriere abhängt? Dann wird der Wunsch nach einer schnellen und effektiven Lösung größer und größer. In den nächsten Abschnitten beleuchten wir dieses unangenehme Thema genauer und geben Ihnen wirkungsvolle Tipps und Lösungen mit, damit Sie das Thema Mundgeruch ad acta legen können.

Was ist Mundgeruch?

Zunächst: Kein Mund ist geruchslos. Jeder Mensch hat Mundgeruch. Im klassischen Sinne ist unter Mundgeruch ein unangenehmer, störender Geruch beim Ausatmen gemeint. In der Fachsprache wird er als Halitosis oder Foetor ex ore bezeichnet.

Wie zeigt sich Mundgeruch?

Den eigenen Mundgeruch nehmen Sie höchstwahrscheinlich nicht wahr – wie Sie es dennoch können, erfahren Sie später noch. Es ist das Umfeld, das den unangenehmen Geruch zuerst bemerkt. Jedoch ist dieses Thema so mit Scham verbunden, dass viele lieber den Geruch in Kauf nehmen als die betroffene Person darauf aufmerksam zu machen. Das kann jedoch fatale Folgen haben. Zwar sind zu 80 % Bakterien im Mund die Ursache, doch es können auch schwerwiegende Erkrankungen verantwortlich dafür sein.

Deshalb ist es so wichtig, dass Sie Betroffene taktvoll und höflich auf ihren Mundgeruch ansprechen.

Es gibt auch eine Methode, wie Sie den Mundgeruch selbst auf die Schliche kommen können: Lecken Sie mit der Zunge über den Handrücken oder das Handgelenk. Warten Sie 5-10 Sekunden und riechen an dieser Stelle. Das bekannte gegen die Handfläche Atmen und Riechen deckt üblicherweise den eigenen Mundgeruch nicht auf.

Die häufigsten Anzeichen, die auf Mundgeruch hindeuten können:

  • Weißer Zungenbelag
  • Häufiges Räuspern
  • Trockener Mund
  • Unangenehmer Geschmack im Mund
  • Gefühl, dass die Zähne nach der Zahnpflege nicht sauber sind

Die häufigsten Gründe für Mundgeruch

Wie eben angesprochen entsteht Mundgeruch meist durch Bakterien – allen voran Fäulnisbakterien, die bei der Zersetzung eine übel riechende Schwefelverbindung erzeugen. Dazu kommen andere anaerobe Bakterien, die ohne Sauerstoff auskommen und sich auf der Zunge, dem Zahnfleisch oder den Zähnen festsetzen.

Verstärkt wird das durch eine mangelnde Zahn- und Mundpflege, trockenem Mund sowie einem generell schlechten Zahnstatus. Darunter fallen Karies, Wurzelreste oder Entzündungen des Zahnfleisches, der Mundschleimhaut oder des Zahnhalteapparats.

Die Bakterien ernähren sich insbesondere von eiweißreicher Nahrung, deren Rückstände sich in den Zahnzwischenräumen, Zahnfleischtaschen oder auf der Zunge festsetzen. Die Ausscheidung der Bakterien führt dann zum faulig, schwefelartigen Geruch beim Ausatmen.

Die gesunde Mundflora besteht zum Großteil aus aeroben Bakterien, die Sauerstoff zum Leben benötigen. Sie halten die anaeroben Fäulnisbakterien in Schach. Doch ist die Mundflora durch die falsche Ernährungsweise, Alkohol, Kaffee oder unzureichender Mund- und Zahnpflege aus dem Gleichgewicht geraten, steht der Vermehrung der Fäulnisbakterien nichts mehr im Wege.

Weitere Ursachen finden sich in der Ernährung: Der Verzehr von Knoblauch, Kaffee, und Alkohol führt gemeinhin zu einem schlechten Atem. Genau wie das Rauchen von Tabak. Weniger bekannt ist, dass Frauen vor und nach der Periode aufgrund der Hormonschwankungen verstärkt zu Mundgeruch tendieren. Fasten oder die Einnahme bestimmter Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel kann auch zu Mundgeruch führen. Bei manchen Betroffenen findet sich die Ursache auch in Vorerkrankungen wie chronische Nieren-, Atemwegs oder Lebererkrankungen, Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen wieder.

Da die Ursachen so unterschiedlich sind, werden sie in Ursachen innerhalb und außerhalb der Mundhöhle unterteilt. In den meisten Fällen ist Mundgeruch, der stoffwechselbedingt ist, chronisch. Er verflüchtigt sich erst dann, wenn die Grunderkrankung behandelt wurde.

Effektive Maßnahmen bei Mundgeruch

Es ranken sich viele Mythen darum, wie Betroffene ihren Mundgeruch effektiv beseitigen und damit wieder sorglos am aktiven Gesellschaftsleben teilnehmen können. Der unangenehme Geruch, dessen Ursache innerhalb der Mundhöhle zu finden ist, kann durch eine gründliche Mund- und Zahnpflege beseitigt werden.

Was Sie hierbei beachten sollten:

  • Reinigen Sie auch Ihren Zahnersatz zwei Mal täglich gründlich
  • Reinigen Sie Ihre Zunge – und anschließend auch den Zungenschaber
  • Wenden Sie die korrekte Zahnputz-Technik an
  • Nehmen Sie halbjährliche Termine zur SOLO-Prophylaxe (https://www.zahnarzt-melzener.de/solo-prophylaxe/) wahr
  • Gehen Sie regelmäßig zu Kontrollterminen – mindestens alle 6 Monate

Zusätzliche positive Eigenschaften zeigen Kaugummi aus Xylit sowie das ausreichende Trinken von Wasser oder ungesüßten Tees.

Als Hausmittel gegen Mundgeruch sind Mundspülungen mit Salbeitee und Pfefferminztee bekannt. Das liegt an antibakteriellen Eigenschaften, die die Fäulnisbakterien hemmen. Auch das Kauen von Thymian, Majoran, Fenchel, Anis, Minze, Salbei oder Dill soll ähnliche Auswirkungen haben.

Diese Maßnahmen sind jedoch nicht als Dauerlösung geeignet!

Denn die antibakterielle Wirkung betrifft nicht nur die unangenehm riechenden Fäulnisbakterien, sondern auch die Bakterien, die wichtig für die Mundflora sind und die Fäulnisbakterien auf natürliche Art und Weise hemmen würden. Das gilt auch für Mundspülungen, die in Drogerien oder Apotheken zu finden sind.

Das ist noch nicht alles. Mundspüllösungen mit Chlorhexidin können den Geschmackssinn negativ beeinflussen, Ihre Zähne verfärben und sogar für Bluthochdruck mitverantwortlich sein. Benutzen Sie die Mundspülungen nicht mehr, breiten sich die Fäulnisbakterien am schnellsten wieder aus – wenn Sie nicht gleichzeitig die Mund- und Zahnpflege verbessern und auf zahngesunde Ernährung achten.

Dazu kommt, dass Mundspülungen sowie das Kauen von Kaugummi den unangenehmen Geruch nur kurzzeitig übertönen.

Ganzheitliche Maßnahmen gegen Mundgeruch

Die langfristige Möglichkeit, Mundgeruch vorzubeugen oder zu mildern liegt darin, die Darmflora aufzubauen. Die Darm- und Mundflora hängen eng beieinander – nicht zuletzt deshalb, weil beide aktiv am Verdauungssystem beteiligt sind. Ihre Mundflora profitiert davon, wenn auch die Flora im Darm optimal ist.

Zu diesem Aufbau zählt allen voran eine gesunde, naturbelassene Ernährung, die alle Nährstoffe enthält, die Ihr Körper braucht. Vermeiden Sie Fertiggerichte, Koffeinhaltiges, Zuckerhaltiges, Milchprodukte oder hoch verarbeitete Nahrung. Greifen Sie lieber zu frischen Lebensmitteln. Sprossen, Nüsse, hochwertige Öle liefern wichtige Spurenelemente, von denen sowohl Ihr Darm als auch Ihr Mund profitiert – und Mundgeruch an der Wurzel vorgebeugt.

Stellt sich trotz aller Maßnahmen keine Besserung ein, sollten Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Denn Mundgeruch durch eine Leber-, Nieren- oder Atemwegserkrankung kann nur durch deren Behandlung gemindert werden. Denken Sie zudem daran, dass auch (bisher) unbekannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu einem unangenehmen Mundgeruch führen können.

Vereinbaren Sie jetzt einen Termin in unserer Praxis für biologische Zahnmedizin in Wachtberg, um Ihre Zahngesundheit ganzheitlich zu verbessern. Wir freuen uns auf Sie.

 

Quellen:

Roger Sombié, Arnaud Jean Florent Tiendrébéogo, Wendpouiré Patrice Laurent Guiguimdé, Alice Guingané, Souhouto Tiendrébéogo, Kampadilemba Ouoba, Alain Bougouma (2018): [Halitosis: multidisciplinary diagnostic and therapeutic approaches]. In: Pan Afr Med J. 2018 Jul 10;30:201. doi: 10.11604/pamj.2018.30.201.10951. eCollection 2018.

Manuela F Silva, Mariana G Cademartori, Fábio R M Leite, Rodrigo López, Flávio F Demarco, Gustavo G Nascimento (2017): Is periodontitis associated with halitosis? A systematic review and meta-regression analysis. In: J Clin Periodontol. 2017 Oct;44(10):1003-1009. doi: 10.1111/jcpe.12786. Epub 2017 Aug 25.

Disclaimer:

Alle empfohlenen Maßnahmen in diesem Artikel stellen keine Beratung bei einem Zahnmediziner, Arzt oder Heilpraktiker dar. Die Durchführung der genannten Handlungsmöglichkeiten geschieht auf eigene Verantwortung und sollte mit Ihren behandelnden Ärzten abgesprochen werden.

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